Treffen Sie Eline Van Eldere: Leiterin von Nobi in den Vereinigten Staaten

Mai, 17th 2022
By: Nobi
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Wie findest du New York? 

Ich liebe es. Ich habe immer schon davon geträumt, eines Tages im Big Apple zu leben und zu arbeiten. Dass ich jetzt Nobi hier vertreten darf, ist deshalb für mich superspannend. New York hat ja so viel zu bieten. Am meisten mag ich aber die Menschen hier. Ich möchte unbedingt, dass alle wissen, was unsere smarte Lampe alles kann. Technologie in Kombination mit Menschlichkeit, also das Beste aus zwei Welten.

Wie sieht das Gesundheitswesen in den Vereinigten Staaten aus? 

Es ist ganz anders organisiert als beispielsweise in Belgien. Es gibt zwar Sozialversicherungen, aber darüber hinaus kümmern sich die Leute selbst um ihre Altersvorsorge. Sie sparen also so viel wie möglich, um auch im Ruhestand ein angenehmes Leben führen zu können. 

Den Ruhestand muss man sich also leisten können? 

Natürlich kann jeder in den Ruhestand gehen. Der Lebensstandard ist dann aber sehr verschieden. Wer genug Geld hat, für den gibt es viele Möglichkeiten. Viele Menschen mögen den „kollektiven Komfort“ und verbringen ihren Lebensabend in einem so genannten ‚Leisure Villages‘. Davon gibt es beispielsweise in Florida sehr viele. Ein großer Teil der Bevölkerung besteht dort aus Senior*innen. Die Bewohner*innen genießen in diesen Anlagen alle möglichen Annehmlichkeiten: vom Swimming Pool über Aerobic-Kurse bis hin zum Golf-Club. Das kann sich aber natürlich längst nicht jeder leisten. 

Gibt es auch eine staatliche Gesundheitsfürsorge für ältere Menschen? 

Es gibt zahlreiche staatlich geführte Einrichtungen für die Millionen von Veteranen im Land. Das Department of Veterans Affairs bietet etwa neben vielen anderen Dingen Gesundheitsleistungen, Bildung und Unterstützung für Familien an. Diese Bevölkerungsgruppe ist für uns überaus interessant. Wir hoffen, dass wir die Veteranenheime in Zukunft mit Nobi-Lampen ausstatten können. 

Was unterscheidet Nobi von anderen Geräten in der Seniorenbetreuung? 

Abgesehen davon, dass mit Nobi alle Beteiligten ruhig schlafen können, ist bei uns alles automatisiert. Damit es funktioniert, braucht man nichts zu tun. Unsere Lampe erkennt ganz ohne Knopfdruck und ohne Eingriff in die Privatsphäre, wenn etwas nicht stimmt. Wir bieten echte Lösungen für den tatsächlichen Bedarf. Das macht unser Angebot so nützlich und auch für Durchschnittsverbraucher zugänglich. 

Zugänglich und erschwinglich? 

Nobi ist für viele Amerikaner wirklich sinnvoll. Dank der einzigartigen Kombination aus Funktionen ist es extrem praktisch und eine All-in-one-Lösung. Abgesehen von der Sturz- und Raucherkennung und vielen effektiven Kommunikationsmöglichkeiten kann es unsere smarte Lampe älteren Menschen ermöglichen, noch einige Jahre voller Lebensqualität im vertrauten Zuhause oder in einer Wohneinrichtung zu verbringen. 

Wo liegt deine Priorität? 

Aktuell richtet sich mein Blick auf Wohneinrichtungen, Leisure Villages, Pflegeheime und Betreutes Wohnen. Mit der Zeit werden wir das Spektrum noch erweitern. Deshalb streben wir Partnerschaften mit Reha-Kliniken und Hospizeinrichtungen an. Während sich Kliniken darauf konzentrieren, den Genesungsprozess z. B. nach einem chirurgischen Eingriff zu beschleunigen, geht es den Hospizen darum, den Menschen die verbleibende Zeit möglichst angenehm zu machen. In beiden Fällen kann Nobi gute Dienste leisten.

Kannst du in Bezug auf das Leben von Senior*innen in den USA irgendwelche Trends erkennen? 

Dieses Land entwickelt sich immer stärker zu einem Schmelztiegel aus vielen verschiedenen Kulturen. Das macht sich auch bei den älteren Menschen bemerkbar. Es gibt verschiedene Pflegeheime, die speziell auf die Bedürfnisse bestimmter Gesellschaftsschichten oder Konfessionen ausgerichtet sind. Mich würde es nicht wundern, wenn wir in zwanzig Jahren auch vegane Pflegeheime hätten. 

Wie ernst nehmen die Senior*innen eigentlich den „Ruhestand“? 

Wann und wo man sich zur Ruhe setzt, bleibt jedem selbst überlassen. Ich kenne einige Leute, die mit fünfzig in Rente gegangen sind. Andere arbeiten bis Mitte oder Ende sechzig. Je nachdem, wo man ist und mit wem man spricht, sind die Unterschiede groß. Hier in New York ist es aber nicht ungewöhnlich, dass auch Rentner noch Jobs annehmen. Letzte Woche habe ich ein Broadway-Stück besucht. Empfangen wurden wir dort von einem Komitee aus etwa 35 älteren Damen in attraktiven Uniformen mit passendem Make-up, die überaus freundlich unsere Tickets gescannt und uns zu unseren Plätzen geleitet haben. Was uns bei Nobi besonders am Herzen liegt, ist, dass die Menschen im Alter weiterhin das Gefühl haben, gebraucht zu werdenn und sich ihre Eigenständigkeit bewahren können. 

Gibt es eine bestimmte ältere Person, die für das steht, was du als Frau erreichen möchtest? 

Da kommen mir zwei Menschen in den Sinn. Zum einen die Belgierin Paula Marckx, die wirklich ein außergewöhnliches Leben geführt hat. Sie war nicht nur Geschäftsfrau, Journalistin und Pilotin, sondern wurde außerdem zur Menschenrechtsaktivistin, als die Situation es erfordert hat. Als allein erziehende Mutter ist es ihr gelungen, eine Änderung der belgischen Rechtsvorschriften in Bezug auf die Rechte unehelich geborener Kinder zu bewirken. Ihr Beispiel zeigt mir, dass es sich lohnt, an die eigene Stärke zu glauben und so in der Welt einen Unterschied zu machen. 

Zum anderen ist da Ruth Bader Ginsberg. Sie war die zweite Frau, die als Richterin an der obersten Gerichtshof der USA berufen wurde, und zugleich die erste Jüdin. Ganz gleich, was man von ihren Entscheidungen oder Unterlassungen auch halten mag: Sie hat sich nie beirren lassen und es immer geschafft, in stoischer und pragmatischer Weise ihre Prinzipien auf die jeweilige Situation auszurichten. In dieser Hinsicht ist sie für mich ein perfektes Beispiel für konstruktive Führungsstärke, ein kontrolliertes Ego, starke Überzeugungen und eine offene Haltung. 

Im Grunde waren beide ja recht unbequeme Frauen. Siehst du dich bei Nobi auch in dieser Rolle der Störerin? 

Die Ironie von Nobi ist es ja gerade, dass das Revolutionäre darin besteht, möglichst wenig zu stören. Die Lampe ist einfach da und tut dabei, was sie soll, ganz ohne Eingriff in die Privatsphäre. Das ist wirklich fantastisch. 

Meine Rolle als Störerin besteht höchstens darin, die richtigen Leute darüber zu informieren. Wer mit eigenen Augen sieht, was Nobi leistet, versteht auch, dass die Zukunft dadurch radikal anders aussehen kann. Wir alle können uns dank Nobi freier entscheiden und das Leben führen, das wir uns wünschen. So eine Störung lässt man sich doch gern gefallen.

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