Treffen Sie Jan Hurkmans: Leiter der Geschäftsentwicklung in den Niederlanden

Juni, 27th 2022
By: Nobi
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Was unterscheidet die Niederlande von anderen europäischen Ländern?
Im Vergleich zu anderen Ländern haben wir in den Niederlanden eine relativ junge Bevölkerung. In Deutschland zum Beispiel sind mehr als 20 % älter als 65 Jahre.

Die Nachhaltigkeit unseres Gesundheitssystems steht unter Druck, u. a. weil die Zahl der älteren und chronisch kranken Menschen zunimmt. In den Niederlanden sind etwa 15 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre und etwa 8 % sind über 80 Jahre alt.

Das bedeutet, dass die Zahl der Senioren bis 2040 auf 4,6 Millionen ansteigen wird, was nicht weniger als 25 % der niederländischen Bevölkerung entspricht. Wir müssen jetzt investieren, um für diesen Wandel gut gerüstet zu sein.

Welche Möglichkeiten gibt es jetzt für Senioren?
Wenn ein (selbständiges) Leben zu Hause nicht mehr möglich ist, besteht die Möglichkeit, in eine Pflegeeinrichtung zu ziehen. In den Niederlanden sind einige neue Pflegekonzepte im Entstehen begriffen, wie z. B. kleine Wohnpflegekomplexe. Hier stehen die Qualität der Pflege und die persönliche Betreuung im Mittelpunkt.

Das ist aber nicht für jeden etwas. Es handelt sich hauptsächlich um eine demografische Gruppe älterer Menschen, die über die finanziellen Mittel verfügen, um diese attraktive Form der Pflege zu bezahlen.

Was tut die Regierung, um ältere Menschen zu unterstützen? 
Das niederländische Gesundheitssystem garantiert eine gute und zugängliche Versorgung für alle. Die Krankenversicherer müssen jeden als Versicherten für das Basispaket akzeptieren. Alter oder Gesundheit sollten dabei keine Rolle spielen. Jeder zahlt für die Krankenversicherung mit.

Heutzutage geht es mehr und mehr darum, dass die Menschen so lange wie möglich gesund und selbstständig bleiben und ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Viele Anstrengungen konzentrieren sich darauf, zu verhindern, dass unsere Senioren eine spezialisierte, teure Pflege in Anspruch nehmen müssen, und darauf, die Pflege vom Krankenhaus in die Praxen der Allgemeinmediziner zu verlagern und das Selbstmanagement und die Prävention zu fördern.

Die Regierung unterstützt zunehmend Senioren in ihrem (oft persönlichen) Wunsch, länger unabhängig zu Hause zu leben. Derzeit leben sechs von sieben über 80-Jährige zu Hause und der Rest (14 %) in einem Pflegeheim. Von der Gesamtzahl der über 80-Jährigen ist etwa ein Drittel aufgrund von Funktionseinbußen und eingeschränkter Selbstständigkeit gefährdet.

Um die Zugänglichkeit und Qualität der gesamten Kette Prävention-Heilung-Pflege und Versorgung aufrechtzuerhalten oder weiter zu verbessern, ist ein Wandel erforderlich. Die Kostenkontrolle spielt eine wichtige Rolle in der Regierungspolitik.

Was sind, abgesehen vom finanziellen Aspekt, die größten Herausforderungen in der Altenpflege?
Die Zukunft der Altenpflege ist eine soziale Frage, nicht nur ein Problem des Sektors. Interessanterweise sind die veränderten Erwartungen an das Altern die größte Herausforderung. Wir müssen anders denken und eine Brücke zwischen den älteren Menschen, den Pflegefachkräften und der Technologie schlagen.

Neben der Sorge um die Qualität, Zugänglichkeit und Erschwinglichkeit der Pflege reagiert der Pflegesektor auf den sehr starken Ruf von älteren Menschen ohne körperliche Einschränkungen. Zwei Drittel der über 65-Jährigen sagen, dass sie sich völlig gesund fühlen. Sie wollen nicht wie alte Menschen behandelt werden.

Prävention und positive Gesundheit werden in den kommenden Jahren in unserer zunehmend alternden Gesellschaft sehr wichtig werden. Der „Linderung“ im Gesundheitswesen wird immer mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Wir investieren in die Schaffung eines stärkeren Bewusstseins für Vitalität. Das Erwartungsmanagement, was den Wunsch nach persönlicher Zuwendung und qualitativ hochwertiger Pflege bei unseren älteren Menschen betrifft, hat sich geändert. Sie wollen nicht als „alt und ausrangiert“ behandelt werden.

Um eine zukunftssichere Versorgung vorwegzunehmen, müssen wir bei Krankenversicherern und Allgemeinmedizinern eine stabile Unterstützung für intelligente Technologien schaffen. Und was ist mit Projektentwicklern? Wie wertvoll ist es, wenn sie sich in die Projektentwicklung einbringen und die Endnutzer bei der Digitalisierung zusätzlich unterstützen?

Der enorme Personalmangel verlangt der Umwelt unserer Älteren mehr ab. Doch nicht jeder fühlt sich dazu berufen, eine informelle Pflegekraft zu werden. Die vorhandenen informellen Pflegekräfte leisten bereits eine Menge; viel mehr können sie nicht tun. Neue informelle Betreuer müssen zunächst von der Bedeutung ihrer Hilfe überzeugt werden. Außerdem ist nicht jeder in der Lage, die täglichen Pflegeaufgaben zu übernehmen; dies erfordert Nähe, aber auch Fachwissen. Hinzu kommt, dass die informellen Pflegekräfte nicht immer bereit sind, ihr eigenes Leben – Arbeit, Familie, Sport und Freunde – aufzugeben, um die fehlende (häusliche) Pflege zu ersetzen.

Wie kann Nobi helfen, um diesen Erwartungen zu entsprechen?
Mit Freude und Vitalität alt werden, sozial aktiv bleiben, unabhängig leben, mit Pflege und Unterstützung, wo nötig. Kurz gesagt: Aufrechterhaltung einer guten Lebensqualität, auch bei geistigen oder körperlichen Einschränkungen. Intelligente Technologie kann älteren Menschen dabei helfen.

Das Problem ist oft die mangelhafte Information. Ältere Menschen sind nicht richtig über Anpassungen und Hilfsmittel informiert und merken erst, dass sie etwas brauchen, wenn sie bereits eingeschränkt sind. Die Vorstellung, dass ältere Menschen nichts mit der Technik zu tun haben wollen oder sie nicht verstehen, ist ein Klischee.

In der Praxis sehen wir schon heute ganz andere ältere Menschen mit ganz anderen Wünschen als noch vor Jahren. Diese älteren Menschen wollen so lange wie möglich unabhängig bleiben. Die Nachfrage nach Pflege wird also anders und vielleicht weniger umfangreich sein als früher. Hinzu kommt, dass die Menschen immer besser mit digitalen Medien umgehen können. Viele Dinge werden mit dem Mobiltelefon oder dem iPad erledigt. Aufgrund dieses Wandels wird die Pflege bald anders erlebt werden: digital, schneller und damit effizienter. Dies bietet älteren Menschen die Möglichkeit, aktiv, fit und vital zu bleiben.

Steigende Gesundheitskosten, großer Personalmangel und ein höherer Pflegebedarf. Die Notwendigkeit von Innovationen im Gesundheitswesen ist seit Jahren unbestritten. Die Nobi Smart Lamp bietet wirksame Linderung. Sie trägt zu einer Verringerung der Arbeitsbelastung bei. Darüber hinaus gibt es informellen Pflegern, Familienmitgliedern und anderen Beteiligten das beruhigende Gefühl, dass sie in Echtzeit informiert werden, wenn ein Sturz festgestellt wird. Hinzu kommt noch die (körperliche und emotionale) Freiheit, die sie unseren älteren Menschen bringt.

Was ist Ihr Fokus für NOBI Niederlande in den kommenden Jahren?
Die Reaktionen auf die NOBI Smart Lamp sind äußerst positiv. Auf dem niederländischen Markt gibt es viele Möglichkeiten. Wir führen derzeit Gespräche mit Einrichtungen des Gesundheitswesens und kleinen Wohn- und Pflegekomplexen, die erkennen, dass ihre Einrichtungen optimiert werden müssen.

Wir stehen am Vorabend eines Wandels im Gesundheitssektor, da es weniger Zu- und mehr Abwanderung von Fachkräften gibt. Quantität hat derzeit Vorrang vor Qualität.

Die analoge Technik wird durch die digitale Technik ersetzt. NOBI macht diese digitale Technologie durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen INTELLIGENT. Auf diese Weise schließt NOBI die Lücke zwischen der wachsenden Zielgruppe der älteren Menschen und dem zunehmenden Mangel an Pflegekräften. Die Qualität der Pflege steigt, da NOBI Fehlalarme reduziert und die Zuverlässigkeit erhöht.

Mein Fokus ist darauf ausgerichtet, Kooperationen in der Kette einzugehen, um den Mehrwert von NOBI zu untermauern. Gemeinsam mit ihnen sorgen wir für „Linderung“, d. h. für eine Verringerung der Arbeitsbelastung und der Fehlzeiten bei gleichzeitiger Steigerung der Arbeitszufriedenheit. Wenn der Pflegesektor in den Niederlanden die intelligente Lampe annimmt, schaffen wir Unterstützung für einen neuen Zustrom von Pflegekräften.

„Mit Nobi macht die Arbeit im Gesundheitswesen wieder Spaß“

Angesichts der wachsenden Nachfrage nach Linderung, die älteren Menschen und ihren informellen Betreuern hilft, länger unabhängig zu Hause zu leben, werden wir im nächsten Jahr auch diesen Markt bedienen. Wir gehen davon aus, dass dies der größte Markt für unsere intelligente Lösung sein wird. Dabei arbeitet NOBI aktiv mit den Primarpflegekräften zusammen.

Sie sprachen von Rollenmodellen. Wer inspiriert Sie?
Er ist nicht mehr unter uns, aber ich habe Stephen Hawking immer sehr bewundert. Ein brillanter Mann, der im Alter von 76 Jahren nach einem Kampf gegen eine unheilbare degenerative neuromuskuläre Krankheit starb. Er verbrachte die meiste Zeit seines Lebens im Rollstuhl und schaffte es dennoch, die Menschheit zu beeindrucken. Sein Leben ist ein großartiges Beispiel dafür, wie Technologie ein sinnvolles Leben ermöglichen kann.

Manchmal merke ich, wie die Vorstellung von künstlicher Intelligenz den Menschen Angst macht. Dann denke ich an das lebensverändernde und lebensrettende Potenzial von Nobi. Als Disruptor für Nobi werde ich mich dafür einsetzen, dass möglichst viele Niederländer dank der Technologie, die unsere intelligente Glühbirne ihnen bietet, ein langes bzw. längeres und sinnvolles Leben haben, das alle Erwartungen übertrifft.

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