Treffen Sie Michiel van Etten: Business Developer in den nordischen Ländern

Juni, 21st 2022
By: Nobi
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Was hat dich nach Schweden geführt?

Ich habe hier schon einmal rund sieben Jahre lang gelebt und mich dabei in die Kultur, die Menschen und die Sprache verliebt. Ich spreche fließend Schwedisch und weiß dadurch die Besonderheiten des Landes noch mehr zu schätzen. Außerdem bin ich von der überwältigenden Natur begeistert. Deshalb freue ich mich, wieder hier zu sein und Nobi in einem Teil der Welt bekannt zu machen, der großen Wert auf Gesundheit, Mobilität und Freiheit legt. 

Was gefällt dir am Leben in Schweden? 

Ich mag es, dass die Natur und das Landleben im schwedischen Kollektivbewusstsein einen ganz besonderen Platz haben. Hier verbinden sich die Menschen wieder mit ihren Wurzeln. Viele von ihnen haben eine eigene Stuga, also ein idyllisches kleines Refugium auf dem Land, wo sie Zeit mit ihrer Familie und Freunden verbringen. In Norwegen heißen diese Häuschen übrigens Hytte. 

Norwegen und Schweden gehören zu den gesündesten Ländern der Welt. Was ist ihr Geheimnis? 

Auch in Norwegen weiß man: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung. Das sagt eigentlich schon alles. In dieser Gegend hier ist Bewegung im Freien viel beliebter als Sport drinnen. Man geht zum Einkaufen und fährt mit dem Fahrrad zur Arbeit. Wer mit dem Auto fährt, erntet nicht selten ein Stirnrunzeln. Außerdem ist in Skandinavien das Konzept der „Udeskole“ sehr verbreitet. Das ist ein dänischer Begriff, der so viel bedeutet wie Outdoor-Schule Draußen zu sein gilt nicht nur als hervorragendes Lernumfeld für Kinder, sondern auch als Mittel, gesund zu bleiben. 

Gilt das auch für ältere Menschen?

Ja, Senior*innen werden ermutigt, möglichst viel draußen aktiv zu sein. Man sieht sie oft spazieren gehen, sogar wenn es regnet oder schneit. Wenn das Wetter schlecht ist, nimmt man eben eine Decke. Der Aufenthalt im Freien stärkt das Immunsystem – davon ist man hier überzeugt. Und offenbar funktioniert es: Die Lebenserwartung liegt in Schweden bei 81,21 Jahren für Männer und bei fast 84,82 Jahren für Frauen. Mehr als 5 Prozent der schwedischen Bevölkerung sind 80 Jahre alt oder älter. Ich bin sicher, dass das vor allem an der großen Begeisterung für Bewegung und die wunderbare Natur liegt. 

Wie kann Nobi diesen Bewegungsdrang unterstützen?  

Neben der Sturzerkennung und -prävention ist Nobi auch ein hervorragender Motivator dafür, fit zu bleiben, und das System sorgt für Sicherheit, da es die Aktivitäten überwacht. Auch das Kommen und Gehen in einer Pflegeeinrichtung kann unsere Lampe überwachen. Nobi kann vor allem deshalb allen einen Mehrwert bieten, weil damit ein universelles Problem gelöst wird. Ältere Menschen erhalten so die Pflege, die sie verdienen, aber das System hat auch die einzigartige Fähigkeit, sich an die besonderen Gegebenheiten einer Region anzupassen. 

Welches sind bei der Gesundheitsfürsorge für Senior*innen in Schweden die wichtigsten Herausforderungen? Und gilt das auch für die anderen nordischen Länder? 

Die Schweden sind sehr familienverbunden, genau wie die Norweger und Dänen. Überhaupt ist das starke Gefühl einer kollektiven Zugehörigkeit, dass alle sich umeinander kümmern, das, was die nordische Kultur so besonders macht. Zugleich haben sie aber keine Scheu, mobil zu sein, anderswo eine Familie zu gründen oder des Berufs wegen in eine andere Stadt zu ziehen, die weit vom eigenen Herkunftsort entfernt ist. Es ist deshalb keine Seltenheit, dass man acht Stunden unterwegs ist, um den Lieben zu Hause einen Besuch abzustatten. Auch hier liegt ein großes Potenzial für Nobi, denn Nobi kann Sicherheit bieten, die verlässlich und unaufdringlich ist.

Zurück zu Schweden, denn die Markteinführung von Nobi hier ist ja die erste Priorität. Wie ist die Seniorenbetreuung dort organisiert? Und wie übernimmt die Regierung Verantwortung dafür? 

In Schweden fließt das Geld vom Staat an die Regionen. Die müssen dann festlegen, wie die Mittel eingesetzt werden. Die gesamte Verantwortung für die Senioren- und Behindertenbetreuung liegt also bei den Kommunen. Aktuell gibt es in Schweden rund 33 000 Langzeitpflegeeinrichtungen und 3000 Plätze für Menschen mit Altersdemenz. Sie alle werden von den Lokalverwaltungen finanziert. Die Kommunen sorgen auch für Unterbringungseinrichtungen für Menschen mit speziellen Bedürfnissen. Diese Einrichtungen nennt man ALFs, kurz für Assisted Living Facilities, also Einrichtungen für betreutes Wohnen. Seit einiger Zeit gibt es auch immer mehr Seniorenwohnungen, bei denen die Bewohner*innen selbst für die Aktivitäten verantwortlich sind. Ihre Zahl ist seit 2000 von 11 000 auf 33 000 gestiegen

Du kommst ursprünglich aus den Niederlanden, einem Land mit einer relativ jungen Bevölkerung. Wie steht Schweden im Vergleich zu deinem Geburtsland da?  

20 Prozent der 10 Millionen Einwohner*innen von Schweden sind über 65 Jahre alt. Man geht davon aus, dass dieser Wert bis 2040 auf 23 Prozent ansteigen wird, unter anderem aufgrund der zahlreichen Geburten in den 1940er Jahren. 2040 wird fast ein Viertel aller Schwed*innen 65 Jahre oder älter sein.

Wie passt Schweden seine Sozialpolitik an die älter werdende Bevölkerung an? 

Mehrere Kommunen haben bereits damit begonnen, ambitionierte Pläne zu entwickeln, damit Senior*innen weiterhin zu Hause leben können. Diese Pläne umfassen auch eine Zusammenarbeit mit kommunalen Wohnungsunternehmen. Für die Allerältesten gibt es auch eine neue Wohnform, bei der in begrenztem Umfang professionelle Pflege sowie gemeinsame Räumlichkeiten und Mahlzeiten angeboten werden. Diese Art von Projekten wird von der Regierung in gleicher Weise wie andere spezielle Unterkünfte bezuschusst. Außerdem gibt es einen Trend zur Förderung privater Initiativen für Investitionen in Innovationen. 

Gilt das auch für die anderen nordischen Länder? 

Ja, da gibt es bei der Herangehensweise an die zukünftigen Herausforderungen im Gesundheitsweisen und bei der Beteiligung des Privatsektors daran viele Ähnlichkeiten. 

Und heute? Wie kann Nobi in Schweden einen Unterschied machen? 

Unsere Technologie ermöglicht es den Menschen, sich das, was ihnen am wichtigsten ist, zu erhalten: ihre Freiheit. 

Und diese Freiheit zu ermöglichen, ist dein Ziel in der neuen Funktion? 

Bei Nobi geht es wahrscheinlich vor allem darum, das Gesundheitswesen aus einer anderen Perspektive zu betrachten, nicht aber um einen Kulturwandel. Die Verbindung mit der Natur ist so tief in allen Aspekten des Lebens in Skandinavien verwurzelt, dass man es als Diebstahl betrachten würde, wenn den Menschen dieser wichtige Teil ihrer Identität genommen würde. Unabhängigkeit ist für sie ebenso wichtig wie die Natur. Nobi will niemanden einsperren, ganz im Gegenteil. Wir wollen den Bewegungsdrang unterstützen. Dabei ist es natürlich hilfreich, dass unsere Lampe in ästhetischer Hinsicht so angenehm ist. Vermutlich sind die Schweden uns in puncto Design im Allgemeinen überlegen. Ich denke aber, dass sie es durchaus schätzen, wie wir die Zukunft ihres Gesundheitswesens ins rechte Licht rücken.

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